t minus 5 Tage.

Hallo,

in 5 tagen jährt sich ein besonderes Ereignis zum 10ten Mal. Nein, es ist nicht der Geburtstag meines Bruders, auch nicht der Geburtstag des Kaisers, sondern ein Terroranschlag in Amerika, der ja jedem bekannt sein dürfte.

Schon jetzt kann man den Fernseher nicht mehr einschalten, ohne auf N24 Wiederholungen schlechter Dokumentationen sehen zu müssen, ebenso wie alle anderen Sender, selbst die qualitativ hochwertige Wissenssendung Galileo auf contra6, dieses Thema mit Freude aufgreifen.

Immer und immer wieder wird gesagt, dass man wohl bei solch tiefschneidenden Ereignissen niemals vergisst, was man gemacht hat, als man erfahren hat, was passiert war. Also in meinem Fall stimmt das tatsächlich:

Am 11. September 2001 ging ich wie jeden Morgen zur Schule, damals sogar noch in die Grundschule. Einen Fernseher hatten wir damals noch nicht, der war schließlich eine Anschaffung zur Fußball EM 2008, Radio lief bei uns an diesem Morgen auch nicht, schließlich hatte ja mein Bruder Geburtstag und bekam Geschenke etc. (ich weiß heute nicht mehr was…) und die Printmedien waren schon damals nicht mehr aktuell. Als ich also mit dem Bus in der Schule ankam und über den Schulhof zum sog. Aufstellplatz ging (das war noch militärisch damals, jaja!), wo ich auf meine Klassenkameraden traf.

Einer von denen, nennen wir ihn mal Lukas*, rannte auf mich zu und fragte mich: “Finn, weißt du schon was heute passiert ist?” Ich antwortete wahrheitsgemäß: “Mein Bruder hat Geburtstag, WTF?”, “Neeein, da sind Flugzeuge in den Turm geflogen in New York!!”, “Doch, mein Bruder hat Geburtstag. Aber Aha.”

Ich hatte damals weder eine Ahnung, was für ein Turm in New York stand, noch, warum ein Flugzeug dareinfliegen sollte, aber immerhin, ich war up-to-date. Da ich dieses Ereignis auf diese Weise ja so einschneidend wahrgenommen habe, kann ich mir bis heute bildhaft vorstellen, wie das alles passiert ist, obwohl die Story auch schon 10 Jahre alt ist. An das, was am Tag davor, danach, selbst in den Stunden danach passiert ist, kann ich mich nicht erinnern. Ich weiß nciht, ob wir zum Geburtstag Besuch hatten oder Kuchen gegessen haben. Aber egal, who cares?

Ich rufe also meine zahlreichen Leser auf, sich in den Kommentaren zu äußern, ob sie sich noch an das erinnern können, was sie gemacht haben, als sie erfahren haben, was passiert war.

In diesem Sinne einen schönen Dienstag,

Finn Ole.

*Anmerk. d. Redaktion: Name nicht geändert.

9 thoughts on “t minus 5 Tage.

  1. Ich habe gerade heute erst jemanden gefragt, warum denn dauernd die alten Geschichten 9/11 betreffend ausgegraben werden. Haben uns gefragt, ob heute der 11. ist, nee auch nicht, achja das war vor 10 Jahren.. Jubiläum sozusagen. Soviel zu up-to-date.
    Habe allerdings ein wenig erschreckt festgestellt, dass ich “damals” erst 10 Jahre alt war und mich trotzdem noch daran erinnere! Kommen wir zum Inhalt dieses Kommentares, um den du gebeten hast:
    Es war ein ganz normaler Tag (weiß jedenfalls keine Einzalheiten mehr) und ich war zu Hause in der Küche/Wohnzimmer, als wir über Radio gehört haben, dass da irgendwie was ganz schlimmes in NY passiert ist. Mein Vater hat daraufhin einen der öffentlich Rechtlichen am Fernseher eingeschaltet, wo auch rechlich die Videos gezeigt wurden. Das war es dann aber auch schon mit den verbliebenen Details in meinem Gedächtnis für diesen Tag.
    Ich weiß bloß nicht zu welcher Tageszeit “es passiert ist”, weil ich aufgrund meiner Erinnerung auf Nachmittag bis Abend tippen würde, weil ich und meine Eltern zu Hause waren. D.h. du hast es erst am folgenden Tag von Lukas erfahren, richtig?
    Dir auch noch einen schönen Dienstag! A propos.. 9/11 war auch ein Dienstag.

  2. Ich war damals in Malawi, Afrika. Wir sind durch die Straßen geschlendert und haben dann auf einem kleinen Fernseher bei einem Straßenhändler gesehen wie das Unglück passiert ist. Neben uns standen zwei Amerikaner, die angefangen haben zu weinen… Es war schon ergreifend.

    Btw, ich fliege am 11 ;)

  3. Ich war 7 Jahre alt und habe das ganze abends im Fernsehen gesehen. Einschneidendes Erlebnis: Wir MUSSTEN in Musik (?) bei Frau Krämer* fortan eine Schweigeminute abhalten und sie erzählte uns das Schauermärchen, wie sie damals fötal nur knapp der Gustloff** entkam… Horror! Erwähnte ich, dass ich 7 war?!..

    *Anm. v. E.: Name auch nicht geändert
    **Anm. v. E.: Name evtl. aufgrund von nicht-buchstabieren-könnens geändert

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