wenn spanisch meine Sprache wär’.

Tralü!

Ab und zu bewegt man sich (mit annähernd konstanter Geschwindigkeit, zu vernachlässigendem Luftwiderstand…. WAHH, ich studiere zu viel!) durch die Straßen der Stadt in der man wohnt. Das mag einem nicht ungewöhnlich erscheinen, genausowenig wie die Tatsache, dass von Zeit zu Zeit fremdländische Sprachfetzen in den eigenen Akustikeingang getragen werden.

Jeder, der schoneinmal die verschiedenen Beschreibungen oder Inhaltsstoffe auf Verpackungen betrachtet hat, hat sicherlich bemerkt, dass diese meist nicht nur in Deutsch (aka D/A/CH = Dach) sondern auch in Italienisch, Spanisch, Russisch, Holländisch etc. pp aufgeschrieben sind.

Einige kann man nicht aussprechen (hat schonmal jemand versucht, die türkische Beschreibung anhand der Buchstaben korrekt auszusprechen?), andere kann man nicht lesen (Russisch, Arabisch, Griechisch, Hebräisch, Chinesisch, Japanisch, Südkoreanisch) – was sie alle gemeinsam haben: Ihr Text ist länger als der Deutsche.

Was einem also nach gründlicher Lektüre der Cornflakespackung möglich sein sollte, ist das zumindest grobe Erkennen verschiedener Sprachen. So kann ich z.B. Slawische Sprachen von Indogermanischen, Romanische von Afrikanischen etc. pp. unterscheiden. Viele erkennt man auch sofort, seien es Holländisch, Russisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Englisch, Deutsch, Plattdeutsch, Bayrisch…Was einem auch auffällt:

Der Italiener spricht in einem Affenzahn, während der Deutsche immer eine gemäßigte Sprechgeschwindigkeit draufhaben. Findige Forscher hatten nun die Idee, mehrere Probanden im Rahmen einer Studie dazu zu zwingen, einen inhaltlich gleichen Text in ihrer Muttersprache vorzutragen.

Der Deutsche:

Du hast eine Mutter, dessen Mutter deine Oma ist, Omas Mann nennst du “Opa”.  (22 Silben)

Der Holländer:

Je hebt een moeder, wiens moeder is je grootmoeder, oma’s man noem je “Opa”. (20 Silben)

Der Brite:

You have a mother, whose mother is your grandmother, grandmothers man you call “Grandpa”. (21 Silben)

Der Franzose:

Vous avez une mère, dont la mère est votre grand-mère, grand-mères homme que vous appelez «Grand-père”.
(22 Silben)

Der Italiener:

Hai una madre, la cui madre è tua nonna, nonne uomo si chiama “nonno”. (25 Silben)

Der Spanier:

Usted tiene una madre, cuya madre es la abuela, las abuelas que ustedes llaman “abuelo”. (30 Silben)

 

Okay, zugegeben der Unterschied scheint nicht marginal, allerdings handelt es sich hier um einen äußerst einfachen, kurzen Satz, bei dem der Spanier schon 36% mehr Silben benutzen muss, als der Deutsche, geschweige denn der Holländer, der hier einen Pronominalen Vorteil hat.

Also zurück zu den Forschern: Es ist in dieser Studie bewiesen worden, dass sowohl der Spanier, als auch der Deutsche aus unserem Beispiel den gleichen Inhalt in der gleichen Zeit kommunizieren. Da die Deutsche Sprache aber optimierter als die Spanische ist, erscheint es dem Deutschen, als würde der Spanier schneller sprechen, was er in Wirklichkeit aber eigentlich nicht macht. Logisch?

Interessant finde ich.

Buenas tardes, buenas noches queridos amigos!

oder auch “Tschüss!”

3 thoughts on “wenn spanisch meine Sprache wär’.

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