die Angst der Woche.

h3ll0,

wer den Plog auch bei Facebook verfolgt, weiß, dass ich mir neulich tatsächlich mal ein echtes Buch gönnte. Der Titel dieses Buches ist dem Titel zu entnehmen. Käuflich erwerben kann man es selbstverständlich u.A. auch bei Amazon. Im folgenden werde ich das Buch kurz aufrollen.

Der Autor Walter Krämer, seines Zeichens Professor für Statistik, behandelt in diesem Sachbuch das Thema Medienberichte im Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen (Anm. d. Red.: Stand 27.11.11), als Beispiel sei hier zum Beispiel der Dioxin-Skandal genannt.Krämer analysiert neben der Berichterstattung (quantitativ) auch die Art und Weise, wie mit Zahlenwerten wie zum Beispiel Grenzwerten umgegangen wird. Dabei stellt sich erschreckendes heraus: Krämer, der dank gründlicher Recherche die realen Zahlenwerte vorliegen hat, stellt der Berichterstattung in Deutschland ein schlechtes Zeugnis aus:

  1. Grenzwerte sind teilweise sinnbefreit gewählt:  Die maximale Belastung, die jemals während des Dioxin-Skandals in Eiern gemessen wurde ist DEUTLICH (Faktor >5) unter der Belastung, die in Fisch wie z.B. Aal gesetzlich zugelassen ist. Trotzdem verzichteten große Teile der deutschen Bevölkerung auf den Konsum von Eiern, solange der Skandal in den Medien präsent war.
  2. Sie enthält keine relevante Information. Statt Absolutzahlen:
    “eine aus 1 500 000 Personen liest gelegentlich den Plog.”

    Werden meist nur Faktoren angegeben:
    “Das Risiko, den Plog. gelegentlich zu lesen, hat sich VERDOPPELT.”

    Verschwiegen wird einem: Vormals las im Schnitt nur eine aus 3 000 000 Personen den Plog. (was übrigens nicht so viel klingt wie 3 000 000 000 000 µPersonen – ein weiterer Trick der Presse).

Ich finde, dass dieses – eigentlich schon Standardwerk – wachrüttelt, Berichte, seien sie im TV, Print, Internet (auch das Plog…), gerade wenn es sich um Skandale (als weitere Beispiele seien z.B. Asbest in Schulen, die Schweinegrippe etc. pp. genannt) handelt, im Hinblick auf die reale Quellenlage zu überprüfen. Laut Krämer sollten besonders Artikel mit Vorsicht genossen werden, die mit dem Konjunktiv formuliert sind:

Stoff XY könnte evtl. Krebserregend sein.

oder auch solche, die wie oben genannt, nur relative Zahlen enthalten.

Empfehlenswert.

Etwas weiter gedacht? Ich bin dafür, in den Pressekodex  aufzunehmen, dass gerade Printmedien sollten sie sich auf Statistiken beziehen, zumindest in einer Fußnote die Realzahlen anzugeben haben – so wird nicht nur die Informationsfunktion der Medien stärker ausgeprägt, es wird auch sinnbefreiter Angstmache – Beispiel Schweinegrippe, Dioxin, etc. vorgebeugt.

Meine Meinung.

CU

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